Westfalenblatt, Artikel vom 06.02.2012
Bielefeld (sp). Der CVJM Rödinghausen steht nicht mehr an der Tabellenspitze der Handball-Landesliga. Und das, obwohl die Mannschaft von Hartmut Rittersberger das Spitzenspiel bei Eintracht Gadderbaum deutlich mit 32:28 (16:11) gewonnen hat. Aber kein Grund zur Unruhe: Der CVJM darf sich immer noch wie ein Spitzenreiter freuen.
Foto: Peter Unger
Die Rödinghauser René Schlums (rechts) und Stefan Aberle stoppen einen Gadderbaumer Angriff.
Auf der offiziellen Ergebnisseite des Handballverbandes im Internet wird die HSG Spradow als neuer Primus geführt. Nach dem Kantersieg gegen Wehe hat die HSG das bessere Torverhältnis gegenüber den punktgleichen Rödinghausern und der HSG EURo. Aber das zählt am Saisonende nicht - und im direkten Vergleich hat Rödinghausen die Nase vorne.
Die Wiehen-Sieben präsentierte sich in Bielefeld gut erholt von der Heimspielpleite gegen Großenmarpe. »Rödinghausen hat gezeigt, wie man spielen muss, wenn man in dieser Liga oben mitmischen möchte«, erkannte Gadderbaums Trainer Matthias Foede an. Er wusste, dass seine Mannschaft gegen die Wiehen-Sieben keine Chance gehabt hatte. »Die vier Tore Unterschied im Ergebnis sind deutlich geschönt«, sagte Foede. Zehn Minuten vor Schluss lag seine Mannschaft noch mit 19:29 im Hintertreffen. Rödinghausen ließ die Zügel dann schleifen und ermöglichte es den Gastgebern noch, etwas Boden gut zu machen. »Das ist aber nicht meisterschaftsentscheidend«, sagte Rittersberger, nachdem sich sein Team zumindest vorläufig einen Aufstiegsrivalen vom Hals gehalten hat. Gadderbaum ist bis auf drei Punkte distanziert.
In erster Linie ist das der Verdienst eines starken Rückraums. Insbesondere Martin Glüer hatte einen absoluten Sahnetag erwischt. »Er war nicht in den Griff zu bekommen«, sagte Foede. Dem in der Vorwoche noch formschwachen Rückraum-Shooter gelangen neun Tore. Nebenmann Sascha Kampeter netzte sechsmal ein. »Eine gute Verteilung der Tore«, lobte Rittersberger, der zudem sieben Treffer von Außen notieren durfte.
Lediglich in der Anfangsphase gestalteten die Bielefelder vor 350 Zuschauern das Duell offen. Beim 7:6 nach einer Viertelstunde lagen die Hausherren in Führung. Die einzige für EGB im gesamten Spiel. Es folgte eine der entscheidenden Phasen. Rittersberger stellte Glüer in den rechten Rückraum. Die zweite Welle funktionierte besser und prompt stand es 12:7. Dieser Vorsprung hielt bis zum 16:11 zur Pause, ehe sich die Gäste weiter absetzten. Gadderbaum fiel gegen die 6:0-Deckung des Gegners wenig bis gar nichts ein. Egal, was Matthias Foede auch probierte, es wollte einfach nicht gelingen. Bei Rödinghausen klappte fast alles. »Die Jungs waren richtig treffsicher«, attestierte Rittersberger seinem Team eine zufriedenstellende Angriffsleistung. »Fakt ist, dass die Jungs von der fantastischen Unterstützung unserer Fans beflügelt wurden. Etwa ein Drittel der Zuschauer waren Rödinghauser«, sagte Rittersberger.
CVJM Rödinghausen: Koch (1. - 55.), Clausing - Aberle (3), Glüer (9), J. Hellmann (3), T. Hellmann (3/2), M. Hellmann, Tödtmann, Kampeter (6), Mylius, Schlums (3), Stühmeier (3), Ziege (1).