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August 2011

Jesus Christus spricht: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Matth. 7,7

Dieses bekannte Wort des Monatsspruches finden wir in der wohl berühmtesten Rede Jesu, der Bergpredigt. Jesu lehrt seine Jünger und das Volk, wie man sich seinen Mitmenschen und Gott gegenüber verhalten sollte. In Matth. 7, 7 beschreibt er mit 3 Verben, wie es gelingt, dass Gott unser Leben begleitet und sich Türen öffnen: Bitten, suchen und anklopfen. Immer wieder. Dies setzt voraus, dass wir als Menschen den ersten Schritt zu ihm hin selber wagen. Eine Bitte kann erst erfüllt werden, wenn sie ausgesprochen ist. Finden kann ich nur, wenn ich mich auf die Suche mache. Die Tür öffnet sich, wenn ich anklopfe oder den Klingelknopf drücke.

Bitten, suchen, anklopfen. Immer wieder. Vielleicht haben wir dies mit unseren Gebeten schon oft getan und die Wirkung wird momentan nicht sichtbar. Ich denke an den verzweifelten Hiob, der Gott immer wieder anfleht, aber lange Zeit keine Antwort finden kann. Dann hat man das Gefühl, mir kann keiner und will keiner (auch nicht Gott) helfen. All meine Anstrengungen laufen ins Leere und eine Veränderung zum Guten ist nicht spürbar. Wie schön, wenn Gott ein Automat wäre: Bitte oben eingeben, Erfüllung geschieht sofort. Dies gibt es nur im Märchen und Gott möchte kein kalter Automat sein, sondern unseren Lebensweg aktiv mit gestalten. Er fordert uns auf, lebenslang mit ihm im Gespräch zu bleiben und ihm so die Chance zu geben, meine Bitten nach seinem Willen zu erfüllen. Wir sehen nur einen kurzen Lebensabschnitt, wir blicken nur bis zur nächsten Kurve, aber Gott sieht meinen ganzen Lebensweg. Seine Verheißung gilt, dass er geben wird, was für unser Leben gut ist. Gottes Weg mit dir und mir sieht oft anders aus, als unsere Lebensplanung. Vielleicht finde ich nicht den Beruf, den ich mir erbeten habe, sondern Arbeit, an der ich viel Freude habe. Ich bekomme nicht den erbetenen Lottogewinn, sondern genug Geld, welches zum Leben ausreicht. Vielleicht sieht es hinter der Tür anders aus, als ich mir es erträumt habe.

Vieles von Gottes Weg mit mir erkenne ich erst im Nachhinein und spüre, dies war und ist der bessere Weg für mein Leben.

Bitten, suchen, anklopfen. Immer wieder neu. Dieses Dranbleiben im Gebet wird auch eine Kettenreaktion für Andere bewirken: Denn wem gegeben wurde, der wird weitergeben. Wer gefunden hat, wird anderen beim Aufspüren helfen. Wem eine Tür geöffnet wurde, der wird auch seine nicht verschließen.

Eckhard Schröter

(Nach Gedanken von Tina Willms)

Gebet

Wir Bettler

Wir müssen bitten und betteln,

drängeln und quengeln,

nachsuchen und ersuchen,

vorstellig werden und anklopfen.

Denn wir sind Bettler,

das ist wahr.

Du willst uns geben und schenken,

reichen und bereitstellen,

Hilfe finden lassen

Und Türen öffnen.

Denn Du bist unser Vater,

das ist erst recht wahr.

R. Ellsel